Twisted Metal – Testbericht

Man nehme ein paar abgedrehte Charaktere, einige Fahrzeuge und einen Haufen Waffen, mische dies ordentlich und schon hat man das Spiel, welches uns nun mit „Twisted Metal“ vorliegt. Wer sich ein wenig mit Konsolenspielen auskennt, wird wissen, dass der erste Teil der Serie bereits 1995 auf der PSOne sein Debüt feierte. Anschließend kamen noch einige weitere Ableger der Serie für diverse Sony-Konsolen in den Handel, nun werden auch die PS3-Spieler mit einem Ableger beglückt.

Ich persönlich war schon vom PS2-Vorgänger nicht sonderlich begeistert, daher wunderte ich mich ein wenig, wie sehr der Großteil der Spieler jubelte, als der Titel auf der E3 2010 angekündigt wurde. Nun gut, man soll nie einen Titel bewerten, bevor man ihn nicht selbst gespielt hat und daher ließ ich mich überraschen.

 

Nach einigen Verschiebungen war es nun endlich soweit und „Twisted Metal“ wurde in Europa veröffentlicht. Der US-Release fand schon einige Tage vorher statt, für die EU-Version stand das Releasedatum dann erst sehr kurzfristig fest.

Wie geht denn das?

Nachdem man den Titel in die Konsole gelegt hat, sollte man sich erst einmal mit der Steuerung vertraut machen. Diese ist leider so überladen, dass man in den ersten Single- oder Multiplayer-Partien hoffnungslos überfordert ist und sehr schnell ins virtuelle Gras beißen wird. Wer sich nun denkt, dass man sicher in die Singleplayer-Kampagne ein Tutorial gepackt hat, der wird enttäuscht werden. Um nämlich Infos und Tipps zu bekommen, wie man im Spiel Erfolg haben kann, muß man sich umständlich durch Videos und Textnachrichten klicken, statt durch ein „Learning by doing“ langsam aber sicher an die Steuerung herangeführt zu werden.

Wären wenigsten die Grundfunktionen so, wie man sie von einem Rennspiel erwartet, ginge es ja noch, aber in „Twisted Metal“ beschleunigt man z.B. mit der Quadrattaste, bremsen darf man dann, indem man den rechten Stick nach hinten zieht usw.

Es wird daher eine ganze Weile dauern, bis man die Steuerung halbwegs verinnerlicht hat und erste Erfolge im Spiel verzeichnen kann.

 

Singleplayer nicht erwünscht?

Diese Frage könnte man sich stellen, wenn man die Kampagne von „Twisted Metal“ spielt. Eine kurze Story, von der ich hier nun nichts verraten möchte, erzählt, warum dieser und jener Charakter an solchen Rennen teilnehmen muß/möchte, wie sie in „Twisted Metal“ stattfinden. Wie bereits aus den Vorgängern bekannt, ist die KI recht unfair und man wird einige Zeit brauchen, bis man die jeweiligen Missionsziele erfüllen kann. Für jeden der drei Story-Charaktere gibt es ganze zwei Missionen, danach ist das Spiel für Singleplayer quasi durchgespielt.

Andererseits muss man die Storymissionen spielen, um weitere Fahrzeuge freizuschalten, die man dann auch im Multiplayer verwenden kann.

Dann eben zu mehreren…

Im Multiplayer entwickelt „Twisted Metal“ dann jedoch endlich die Stärken, die das Spiel ausmachen. Wahnwitzige Rennen mit heißen Feuergefechten sind quasi an der Tagesordnung. Da man einiges an Waffen in den Fahrzeugen hat, bzw. „nachrüsten“ kann, wird zwar die Steuerung nicht einfacher, jedoch kann man vom MG bis hin zur Lenkrakete seinen Gegenspielern alles um die Ohren pfeffern, was ein gutes Waffenarsenal bieten sollte. Es stehen mehrere unterschiedliche Spielmodi zur Verfügung. Ob „Deathmatch“, „Last Man Standing“, „Nuke“ oder „Gejagt“, hier sollte eigentlich für jeden das richtige dabei sein.

Insgesamt warten acht Karten darauf, befahren zu werden, auf denen mit bis zu 16 Spielern gespielt werden kann. Wer nicht online spielen mag, kann mit bis zu vier Spielern im Splitscreen an einer Konsole spielen, was leider heutzutage kein Standard mehr ist.

 

Die Anzahl der verfügbaren Fahrzeuge geht in Ordnung. Jedes Fahrzeug hat bestimmte Eigenschaften, so ist das eine etwas schneller, hat dafür weniger Panzerung, ein anderes ist dick gepanzert, dafür sehr langsam. Somit dürfte für jeden das spezielle Lieblingsfahrzeug vorhanden sein. Neben den „normalen“ Waffen besitzt jedes Fahrzeug noch über Spezialwaffen. So wird der Eiswagen auf Knopfdruck z.B. mal eben zum Battlemech, während ein anderes Fahrzeug plötzlich zum Hubschrauber wird.

 

Technik…

Optisch präsentiert sich „Twisted Metal“ eher trist. Die Karten sind nicht mit sonderlich vielen Details ausgestattet, was jedoch während der Action nicht weiter auffällt. Einige der Karten erinnerten mich jedoch stark an die, die man aus der PS2-Fassung kannte, ich kann mich hierbei aber auch täuschen. Auf den Karten sind einige Gebäude oder Objekte untergebracht, die sich zerstören lassen. Leider gilt dies nicht für alles, was so in der Gegend herum steht und man erkennt auch nicht, was sich nun zerstören lässt und was nicht, daher kommt es oftmals vor, dass man ein Objekt aus dem Weg schießen will, stattdessen aber frontal dagegen fährt, da es sich nicht zerstören lässt. Das erschließt sich mir nicht wirklich, man bekommt so den Eindruck, die Entwickler sind an allen Ecken und Enden nicht mit dem Spiel fertig geworden, man hat es dann aber doch auf den Markt geworfen.

Explosionen und die unterschiedlichen Waffeneffekte gehen hingegen voll in Ordnung und sorgen für optische Highlights.

Auch der Sound geht in Ordnung. Die Motorensounds und die wummernden Waffen klingen sehr gut, Explosionen krachen um einen herum und selbst die deutsche Synchronisation kann sich hören lassen, hier gibt es also kaum etwas auszusetzen.

 

Zur Steuerung habe ich eingangs bereits einiges geschrieben. Diese ist einfach absolut überladen, für ein bestimmte Funktion muss man sogar den Controller ruckartig nach vorne kippen, möchte man diese auslösen. Warum man nicht die gängige Rennsteuerung verwendet hat und die anderen Funktionen auf die verbliebenen Tasten gelegt hat, wissen vermutlich nur die Entwickler…

 

Im Singleplayer läuft das Spiel vollkommen flüssig. Im Multiplayer kam es jedoch zu einigen – wenn auch sehr wenigen – unschönen Lags. Auch kam es in der Testphase einige Male vor, dass keine Server verfügbar waren, auch hier bekommt man den Eindruck, dass der Titel unfertig ist.

Fazit:

Ich persönlich wurde von „Twisted Metal“ nicht enttäuscht. Dies liegt aber nicht daran, dass es sich hierbei um einen Toptitel handelt, sondern eher daran, dass ich von vornherein keine großen Erwartungen in den Titel gesetzt hatte. Die Singleplayer-Kampagne ist vom Umfang her ein schlechter Scherz, die Steuerung absolut unkomfortabel und überladen und die Karten sind weder sehr liebevoll noch detailreich gestaltet.

Gut, die Action kommt in „Twisted Metal“ wieder gut rüber, zumindest dann, wenn man online oder im Splitscreen nicht alleine spielt, mehr als ein Spiel für zwischendurch bekommt man jedoch nicht geboten. Für langanhaltenden Spielspaß ist einfach zu wenig vorhanden, zu wenig freizuspielen und auch die acht Karten kennt man recht schnell auswendig. Hätte man sich entschieden, „Twisted Metal“ als Downloadtitel für um die 20.- EUR in den Store zu stellen, hätte man an diesen Punkten nichts aussetzen können. Für jedoch knapp 50.- EUR sollte man sich dreimal überlegen, ob man sich den Titel ins Regal stellen möchte. Gebrauchtkäufer sollten beachten, dass ein Onlinepass benötigt, wird, den man natürlich im Store erwerben kann, Erstkäufer haben diesen natürlich beim Spiel hinzubekommen.

Mein Tipp an die, die sich für den Titel interessieren: Anspielen und dann entscheiden, ob man sich „Twisted Metal“ zulegen sollte. Eine wirkliche Kaufempfehlung kann ich hier definitiv nicht aussprechen!

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