Wii U-Special: Nintendo Land / Review

Schon bei der Nintendo Wii legte Nintendo den Startkonsolen eine Minispielsammlung bei. Wii Sports sorgte damals dafür, dass sich die Konsole mit der neuartigen Bewegungssteuerung sehr gut verkaufen ließ und auch solche zu Konsolenspielern wurden, die bisher nichts damit zu tun hatten. Auch zum Start der neuen Wii U hat Nintendo eine Minispielsammlung auf Lager, die u.a. das neuartige Gamepad ordentlich unterstützen soll. Diesmal gibt es jedoch keine Sportspielsammlung, sondern einen bunten Genremix. Macht dieser Spaß, oder kann man den Titel getrost vergessen?

 

„Nintendo Land“ bietet ganze 12 verschiedene Minispiele, die jedoch teilweise recht umfangreich sind. In „Nintendo Land“ startet ihr in einer Art Vergnügungspark, der jedoch noch recht leer wirkt. Zwar sind die „Fahrgeschäfte“ vorhanden, hinter denen sich die unterschiedlichen Spiele verbergen, aber ansonsten wirkt der Park recht trist. Nur der kleine Roboter Monita wuselt im Park herum und kommt auf euch zu, direkt nachdem ihr den Park betreten habt (sprich: nachdem das Spiel gestartet wurde).
Er nimmt euch an die Hand und erklärt, wie und was ihr im Park alles finden könnt. Nach kurzer Zeit fordert er euch auf, gleich mal eines der Minispiele anzutesten, was ihr natürlich auch macht. Monita taucht ab und zu wieder auf, wenn ihr euch im eigentlichen Park befindet, um euch über neue Möglichkeiten zu informieren.

So werdet ihr schon sehr bald erste Münzen in den Minispielen gewonnen haben. Diese dürft ihr nun dafür einsetzen, den Park einzurichten. Dafür geht ihr auf den Turm, der in der Mitte des Parks empor ragt und setzt sie dort bei einem weiteren Minispiel ein. Mit etwas Glück gewinnt ihr nun Preise, die in Form von Fragezeichen-Boxen vom Turm purzeln. Geht ihr danach zu diesen Boxen und klickt sie an, bzw. berührt sie auf dem Touchscreen des Gamepads, öffnen sie sich und geben deren Inhalt preis. Eine Musikbox, Verzierungen und vieles mehr ist in den Kisten versteckt. Das sorgt dafür, dass ihr die Minispiele oft spielen werdet, immerhin möchtet ihr euren Park ja mit allerhand Dingen verzieren. Da es sehr viele Objekte gibt, die ihr freispielen dürft, werdet ihr mit der Einrichtung einige Zeit beschäftigt sein.

 

Das aber nur am Rande erwähnt, denn natürlich geht es bei „Nintendo Land“ in erster Linie um die Minispiele. Sechs von diesen dürft ihr nur alleine bestreiten, die anderen sechs können mit mehreren Spielern gespielt werden. Das jedoch nur an einer Konsole, ein Onlinemodus ist nicht vorhanden, was natürlich ein wenig schade ist.
Aber kommen wir erst einmal zu den einzelnen Minispielen:

 

Animal Crossing: Sweet Day

Bis zu vier Spieler steuern tierische Dorfbewohner, die Bonbons stibitzen wollen. Zwei Wachen, die vom Spieler mit dem Gamepad gesteuert werden, sollen sie daran hindern. Die Bonbons liegen dabei bunt verstreut in einer hübschen Ortschaft. Die Spieler mit den WiiMotes müssen diese nun sammeln und an Abladestationen bringen, ohne sich dabei von den Wachen schnappen zu lassen. Da immer nur ein kleiner Kartenausschnitt zu sehen ist, kann man natürlich nicht wissen, wo Spieler oder Wachen gerade sind, es kommt daher gerade bei vielen Spielern zu einer munteren Hatz.

 

Takamaru’s Ninja Castle

Hier müsst ihr via Gamepad Wurfsterne per Fingerschnipp auf eure Gegner werfen. Dies ist eines der weniger gelungenen Minispiele, da es kaum Abwechslung bietet.

 

Octopus Dance

Auch in diesem Einzelspieler-Minispiel kommt kein langer Spielspaß auf. „Tanzt“ auf dem Gamepad das nach, was euch der Octopus vortanzt. Zwar werden die Tastenfolgen nach einiger Zeit recht komplex, an Abwechslung mangelt es hier leider trotzdem.

 

Pikmin-Adventure

Teil drei der Pikmin-Serie hat es leider nicht rechtzeitig zum Konsolenstart in die Händlerregale geschafft. Dafür bekommt ihr in diesem Minispiel eines der besseren Mehrspieler-Spiele, die euch „Nintendo Land“ bietet. Der Spieler mit dem Gamepad übernimmt die Rolle von Captain Olimar, die anderen Spieler an den WiiMotes schlüpfen in Pikmin-Kostüme. Olimar hat zudem weitere Pikmins an seiner Seite, die er einsetzen kann. Hier zieht man als Gruppe durch eine Vielzahl von Levels, beseitigt Blöcke, bekämpft Gegner und löst Schalter aus. Auch kommt es vor, dass bestimmte Gebiete in knapper Zeit erledigt werden müssen.
Besonders mit mehreren Spielern kommt hier eine Menge Spaß auf.

The Legend of Zelda Battle Quest

Ihr marschiert mit bis zu drei Spielern durch ein Gebiet und bekämpft dabei im Zeldalook eine Vielzahl von Gegnern. Diese wollen euch ständig an die virtuelle Wäsche, Bogen und Schwert sind eure Helfer. Macht eine gewisse Zeit Spaß, jedoch sind die Landschaften eher trist.

 

Balloon Trip Breeze

Dieses Minispiel wird euch wieder einmal nicht lange beschäftigen. Steuert ein Männchen, welches an einem Ballon hängt, durch einen Hindernisparcours, indem ihr per Wischen über den Touchscreen Wind erzeugt. Passt ihr nicht auf, fällt der Kerl ins Wasser. Auch wenn zu verschiedenen virtuellen Tageszeiten gespielt wird, ein eher mageres Spielvergnügen.

 

Metroid Blast

Das Minispiel für bis zu fünf Spieler mit dem wohl größten Actiongehalt dieser Sammlung. Mit unterschiedlichen Regeleinstellungen dürft ihr hier mit- und gegeneinander antreten, und euch heiße Gefechte liefern.

 

Donkey Kong’s Crash Course

Neigt und kippt das Gamepad und pustet ins Mikro, um eine kleine zerbrechliche Lore durch Donkey Kongs Mine zu steuern. Hier ist viel Geschick gefordert, wenn ihr ordentlich Punkte kassieren wollt. Optisch eher langweilig, spielerisch aber recht nett.

 

Yoshi’s Fruit Car

Zwar ein Minispiel für nur einen Spieler, dafür jedoch eines der Highlights der „Nintendo Land“-Spielesammlung. Yoshi muss Früchte einsammeln. Diese seht ihr jedoch nur auf dem TV. Auf dem Gamepad müsst ihr nun den Weg einzeichnen, den Yoshi ablaufen soll. Hier ist Vorstellungskraft gefragt, denn ihr müsst sehr gut abwägen, wo welche Frucht liegt. Sind die ersten Spielstufen noch recht simpel, wird es spätestens dann schwer, wenn ihr die Früchte in einer bestimmten Reihenfolge einsammeln müsst.

 

Captain Falcon’s Twister Race

Dieses Minispiel erinnert ein wenig an F-Zero, ist jedoch eher langweilig. Indem ihr das Gamepad nach links oder rechts kippt, lenkt ihr euren Gleiter auf der Strecke und bremst ab, indem ihr den Touchscreen berührt. Die Zeit tickt dabei gegen euch, es wird recht schnell hektisch.

 

Luigi’s Ghost Mansion

Luigis Geisterhaus hat wieder einmal ein Geisterproblem. Bis zu vier Spieler schnappen sich ihre Taschenlampen, um den fünften Spieler, der den Geist verkörpert, ausfindig zu machen. Aber dieser kann sich wehren, denn ist er schnell genug, schnappt er sich die anderen einfach. Der Geist-Spieler steuert hierbei mit dem Gamepad und sieht auf dem Screen alle Spieler. Die Mitspieler, die per WiiMote unterwegs sind, sehen den Geist natürlich nicht. Allerdings vermittelt die Rumblefunktion, wenn der Geist in der Nähe ist. Leider sind nur wenige Karten zum Spielen vorhanden, trotzdem macht das Minispiel Spaß.

 

Mario Chase

Das absolute Highlight von „Nintendo Land“ ist dieses „Fangen-Spiel“. Ein Spieler übernimmt die Rolle von Mario und ist mit dem Gamepad unterwegs. Seine Aufgabe: Vor den anderen Spielern (bis zu vier weitere) weglaufen und sich dabei nicht fangen lassen. Die „Jäger“ sind hierbei auf dem gesplitteten TV unterwegs und müssen versuchen, Mario in einer bestimmten Zeit zu fangen. In großer Runde kommt hierbei ein Heidenspaß auf, dieses Minispiel sollte auf keiner Gameparty ausgelassen werden!

Wie ihr seht, bietet „Nintendo Land“ eine bunte Mischung. Leider gilt dies auch für die Qualität der Minispiele. Wirklich Spaß kommt nur auf, wenn ihr mit mehreren Spielern in den entsprechenden Minigames spielt. Alleine kommt schnell Langeweile auf, die auch nicht durch die vielen freischaltbaren Objekte beseitigt wird.
Sehr schön ist die Möglichkeit, den „Party-Zug“ zu besteigen, der durch den „Nintendo Land“-Park fährt. Mit diesem darf man nämlich im Wettbewerb gegen andere Spieler antreten, hier wird recht oft nacheinander gespielt. Der Wettbewerb besteht aus einer vorher festgelegten Anzahl an Durchgängen, am Ende wird der Sieger ermittelt. Vor jeder Runde werden drei Minispiele per Zufall angezeigt, aus denen dann eines ausgewählt werden muss. Dieses wird dann nacheinander gespielt, was aber nicht schlimm ist. Hierdurch werden nämlich auch die Einzelspieler-Minispiele einbezogen, was bei gleichzeitigem Spielen nicht möglich gewesen wäre.

 

Optisch sieht „Nintendo Land“ mal so, mal so aus. Einige Minispiele wirken eher trist, andere können sich dafür sehen lassen. Sehr schön ist die Tatsache, dass der Park durch viele Miis anderer Spieler belebt wird, sobald man einmal im Miiverse unterwegs war. Die Spieler, die man dort „getroffen“ hat, wuseln nämlich ab sofort im eigenen „Nintendo Land“ herum.
Für den Sound gilt das gleiche wie für die Optik. Er schwankt von Minispiel zu Minispiel. Dafür wurde Monita eine Sprachausgabe spendiert, die Zeiten des nintendotypischen Charakter-Gebrabbels sind also scheinbar vorbei.
Die Steuerung ist ebenfalls sehr unterschiedlich. Die Funktionen des Gamepads kommen in einigen der Spiele gut zur Geltung.

 

Fazit:

„Nintendo Land“ ist zwar kein Überflieger, jedoch die wohl beste Minispielsammlung, die zum Start der Wii U im Handel steht. Einige der Minispiele sind zwar recht langweilig, andere machen dafür einen Heidenspaß, gerade dann, wenn man sie mit bis zu fünf Spielern spielt.
Für Solospieler nur sehr bedingt geeignet, für alle anderen, die mit Freunden oder Familie an einer Konsole spielen, ein empfehlenswerter Titel!

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