Wonderbook – Das Buch der Zaubersprüche / Review

Harry Potter-Fans haben es nicht leicht, denn die Geschichten um ihren Lieblingszauberer sind abgeschlossen. Nun jedoch kommt neues Futter für alle die, die selbst einmal in die Welt der Zauber abtauchen wollen. Sony bringt mit dem „Wonderbook“ einen neuen Titel auf den Markt, der die PlayStation 3 und Augmented Reality vereinen soll.
Ob das klappt, oder ob man den Titel besser schnell wegzaubern sollte?

 

Vor Spielbeginn müssen einige Anforderungen erfüllt sein. Zum einen benötigt man die PlayStation Eye-Cam und einen PlayStation Move-Controller. Hat man dies beides nicht, bekommt man „Wonderbook“ auch im recht günstigen Bundle mit diesem Zubehör angeboten.
Ist beides angeschlossen, muss die Kamera und die Position zum Spieler noch kalibriert werden. „Wonderbook“ hätte es gerne, wenn ihr euch auf den Boden setzt und die Kamera einen Mindestabstand von 70-100cm zum Boden aufweist. Für viele dürfte dies heißen: Wohnzimmer umräumen.
Nun gut, sind diese Hürden genommen, kann es auch schon losgehen, die richtigen Lichtverhältnisse vorausgesetzt. Das „Wonderbook“ präsentiert sich als ein Buch mit Codezeichen für die Move-Hardware, die diese auf dem Bildschirm entsprechend umsetzt. Das Buch an sich mutet gut verarbeitet an und besteht vom Einband her aus gut gepolstertem Schaumstoff.

Als neuer Hogwarts-Schüler steigt ihr nun ins Spiel ein. War es in den Harry Potter-Filmen noch der sprechende Hut, der die Schüler den einzelnen Häusern zugewiesen hat, trefft ihr diese Wahl in „Wonderbook“ selbst. Auch den Zauberstab sucht ihr euch eigenständig aus.
Je nachdem, für welches Haus ihr euch entscheidet, ändert sich übrigens der Spielverlauf, wenn auch nur minimal. Allerdings bewirkt dies, dass ihr das Spiel insgesamt viermal durchspielen könnt, wenn ihr wirklich alles sehen wollt.
Der Move-Controller ist in „Wonderbook – Das Buch der Zaubersprüche“ euer Zauberstab. Als Hogwarts-Neuling begebt ihr euch natürlich erst einmal auf Entdeckungstour. Neugierig, wie ihr seid, werdet ihr nicht nur Räume besuchen, die für alle zugänglich sind, sondern z.B. auch in die verbotene Abteilung der Bibliothek schnuppern.

 

Dort erwischt euch ein Lehrer und setzt sich selbst zum Ziel, euch das Zaubern beizubringen. Und damit seid ihr auch schon voll im eigentlichen Spielverlauf von „Wonderbook – Das Buch der Zaubersprüche“. In der etwa 7 Stunden langen Geschichte werdet ihr nach und nach immer mehr Zaubersprüche lernen und diese auch einsetzen. Mal müssen kleine Papierdrachen gebändigt werden, ein anderes Mal dürft ihr eine kleine Theateraufführung beeinflussen usw..
Die Geschichte ist hierbei sehr kindgerecht, dies ist dann neben der Potter-Fan-Schar wohl auch die eigentliche Zielgruppe, die Sony mit dem „Wonderbook“ ansteuert.
Das Buch und dessen magische Seiten sowie ihr selbst und die Zaubersprüche werden hierbei sehr schön auf dem Bildschirm umgesetzt.

 

Gleich zu Beginn wird von euch ein Foto geschossen, auf dem ihr euch im Spiel dann eben so bewegt, wie man es beispielsweise von den Zeitungsabschnitten aus den Potter-Filmen her kennt.
Die Geschichte des Buches der Zaubersprüche wird von einem sehr guten Sprecher vorgetragen. Zwar sind die Erzähl-Passagen teilweise recht ausschweifend, dies sorgt jedoch dafür, dass man vor dem Bildschirm schön in die Geschichte hineingezogen wird.
Wie erwähnt, lernt ihr nach und nach immer mehr Zaubersprüche. Diese erzeugt ihr zum einen, indem ihr den Move-Controller entsprechend bewegt, zum anderen dadurch, dass ihr den entsprechenden Zauberspruch laut sagt. Leider ist die Spracherkennung alles andere als gut, denn ob ihr nun „Wingardium Leviosa“ sagt, oder einfach nur „Borussia Mönchengladbach“, das ist dem System so ziemlich schnuppe. Es reicht auch, wenn ihr einfach vor euch hinbrabbelt oder beispielsweise „Hasenfurz“ in Richtung der Eye-Camera ruft, hier hätte man doch etwas mehr Wert darauf legen sollen, dass die Spracherkennung sinnvoll zum Einsatz kommt.

 

Führt ihr die Bewegung der Zaubersprüche richtig aus, bekommt ihr entsprechend Hauspunkte gutgeschrieben. Stimmen eure Bewegungen nicht ganz mit den geforderten überein, wird dies mit Punktabzug „bestraft“. Dann, oder wenn ihr sogar komplett scheitert, dürft ihr die Zaubersprüche so oft wiederholen, bis ihr mit dem Ergebnis zufrieden seid.
So arbeitet ihr euch nach und nach durch das Buch der Zaubersprüche, lernt neue Zauber und löst auch das ein oder andere Rätsel.
Viel mehr bietet „Wonderbook – Das Buch der Zaubersprüche“ jedoch nicht. Hat man zudem die vier Häuser durchgespielt, gibt es fast keinen Grund mehr, das Spiel erneut in die Konsole zu legen. Vielleicht hätte man zum Start der „Wonderbook“-Reihe (es sollen ja weitere Titel folgen) gleich noch ein oder zwei weitere Titel in den Handel bringen sollen!?

Die Umsetzung des Spiels ist recht ordentlich gelungen. Gerade jüngere Spieler werden sicher staunen, wie sie und ihre Zauber auf dem Bildschirm präsentiert werden, die Tatsache, dass man nur vor einem Codebuch sitzt und dabei einen Move-Controller schwingt, ist dann schnell vergessen.
Die musikalische Untermalung geht ebenfalls in Ordnung, auch der Sprecher macht seine Sache sehr gut. Leider ist die Spracherkennung quasi nicht vorhanden, was gerade bei diesem Titel wichtig gewesen wäre.
Die Steuerung ist gut, wenn die Rahmenbedingungen wie Licht und richtiger Abstand stimmen. Der Move-Controller gibt die Bewegungen des Spielers sehr gut an die Konsole weiter.

 

Fazit:
„Wonderbook – Das Buch der Zaubersprüche“ ist ein Fall für sich. Sehr kindgerecht und eben diese Zielgruppe wird sicher auch viel Spaß mit dem Spiel haben. Wir „Erwachsenen“ sind dann vermutlich nicht ganz so leicht von der Magie zu faszinieren, die sich auf dem Bildschirm wiederspiegelt. Schaltet man aber rationales Denken ein wenig aus, kann die Geschichte auch älteren Spielern Spaß bringen.
Leider ist die Spracherkennung eines der größten Mankos des Titels. Da das Aufsagen der Zaubersprüche aber eben ein wenig der genannten „Magie“ mit sich bringt, fällt dies leider weg.
So wird man „Wonderbook“ durchspielen, aber am Ende nicht so recht wissen, wozu man nun all die Sprüche gelernt hat. Hier sollte Sony sehr schnell Nachschub an „Wonderbook“-Titeln nachreichen!
Jüngeren Spielern und Eltern, die gerne unterhaltsame Stunden mit ihren Kindern vor der Konsole verbringen, kann ich „Wonderbook – Das Buch der Zaubersprüche“ auf jeden Fall empfehlen. Gerade für die (Vor-)Weihnachtszeit ein sehr schönes Spiel!

Schreibe einen Kommentar